GEW NRW und mittendrin e.V. kritisieren Eckpunkte der NRW-Schulministerin

(Red.)

Die in der letzten Sitzung des Fachbeirats Inklusion am 18.6.2018 vom Schulministerium NRW vorgestellten Eckpunkte zur schulischen Inklusion werden von der GEW und dem Elternverein mittendrin e.V. scharf als Rückschritt kritisiert. 

Die GEW bemängelt, dass die dringend erforderliche Unterstützung der Schulen des Gemeinsamen Lernens künftig unter einem jährlichen Haushaltsvorbehalt steht und von der Zustimmung des Finanzministers abhängig ist. Für das kommende Schuljahr seien keine Besserungen zu erwarten; das Schuljahr 2018/19 soll ein Übergangsschuljahr werden – mit anderer Schüler*innenzuweisung, aber ohne geänderte Personalausstattung. GEW-Vorsitzende Dorothee Schäfer wörtlich: „Das bedeutet Inklusion nach Kassenlage. Das Recht auf inklusive Bildung für Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf wird somit untergraben.“

mittendrin e.V. weist kritisch auf die Benachteiligung der inklusiven Schulen bei der Personalausstattung hin.Noch stärker als bisher würden die viel zu knappen Sonderpädagogen-Stellen den Sonderschulen zugeschlagen. In den inklusiven Schulen sollten die Personal-Löcher unter dem Label "multiprofessionelle Teams" nur mit fachfremdem Personal notdürftig gestopft werden. Die Pläne für eine "Bündelung" der inklusiven Schulen in der Sekundarstufe sei rückwärtsgewandt und beschränke sich vorwiegend darauf, die Zahl der inklusiven Schulen in der Sekundarstufe zu reduzieren. Die Unterstützung dieser Schulen durch mehr Personal bliebe schwammig. In Bezug auf die pädagogische Qualität schiebe Ministerin Gebauer die Verantwortung auf die einzelnen Schulen ab. Sie sollten das Pädagogische Konzept erarbeiten und für die Fortbildung des Kollegiums sorgen. Gar keine Pläne gibt es, wie Schüler_innen mit Behinderung die weiteren Wege zu den auf weniger Standorte beschränkten inklusiven Schulen bewältigen sollen. Bisher haben sie - anders als zu den Sonderschulen - kein Recht auf einen Fahrdienst.  Ein pädagogischer Fehlgriff sei es, Förderschulgruppen an allgemeine Schulen anzugliedern. "Dies ist kein Schritt zur Inklusion, sondern es macht die Ausgrenzung der Schüler_innen in diesen Gruppen nur sichtbarer und belastender", sagt Wolfgang Blaschke.